Ordensdinner anlässlich der Ordensveranstaltung „Zukunft braucht Erinnerung“

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Gespeichert von Anja Yilmaz am 6. Dezember 2018
3. Dezember 2018

Ordensdinner anlässlich der Ordensveranstaltung „Zukunft braucht Erinnerung“

Der stellvertretende Leiter der Landesvertretung, Herr Dr. Dominik Fanatico, empfing die nordrhein-westfälischen Ordensempfänger zum festlichen Abendessen.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am 4. Dezember 2018 anlässlich der Ordensveranstaltung „Zukunft braucht Erinnerung“ im Schloss Bellevue 14 Frauen und 14 Männer aus ganz Deutschland sowie aus Frankreich und der Tschechischen Republik den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er würdigte anlässlich des Tages des Ehrenamtes ihr herausragendes Engagement für die Gedenk- und Erinnerungskultur in Deutschland.
Aus Nordrhein-Westfalen wurden Heidrun Breuer aus Bergisch Gladbach und Martin Sölle aus Köln mit dem „Verdienstkreuz am Bande“ ausgezeichnet. Burak Yilmaz aus Duisburg erhielt die „Verdienstmedaille“.
Als Zeichen besonderer Wertschätzung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wurden die drei Ordensempfänger zusammen mit ihren Gästen am Vorabend der Verleihung zu einem festlichen Abendessen in die nordrhein-westfälische Landesvertretung in Berlin eingeladen. Der stellvertretende Leiter der Landesvertretung, Herr Dr. Dominik Fanatico, dankte für das herausragende Engagement der ausgezeichneten Persönlichkeiten.
Heidrun Breuer lebte in der DDR und stellte mehrere Ausreiseanträge. Daraufhin wurde sie verhaftet, verurteilt und ein Jahr im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck inhaftiert, bis sie von der Bundesrepublik freigekauft wurde. Heute berichtet Heidrun Breuer als Zeitzeugin über ihre teils unmenschlichen Erlebnisse im Gefängnis und ihre Erfahrungen mit der Staatssicherheit der DDR. Sie erzählt in Schulklassen von der Unterdrückung in der DDR, von der Verfolgung, von der Willkür und der Erniedrigung, die sie als politische Gefangene erlitten hat. Viele Kinder haben heute keinen Bezug mehr zur damaligen DDR. Umso wichtiger ist ihr Beitrag, um der Verklärung der SED-Herrschaft entgegenzuwirken und das Bewusstsein für den Wert der Freiheit zu schärfen.
Martin Sölle engagiert sich für die Aufarbeitung des Unrechts gegen Homosexuelle vor allem in Köln und Umgebung. Er gehört zu den Gründern des „Centrum Schwule Geschichte" und ist seit vielen Jahren ehrenamtliches Vorstandsmitglied. Als „Gedächtnis der Schwulenbewegung im Rheinland“ kümmert sich der Verein seit Jahren darum, Zeitzeugen ausfindig zu machen und wichtige Dokumente der homosexuellen Emanzipationsbewegung zusammenzutragen. Martin Sölle ist auch im Vorstand vom EL-DE-Haus e.V. aktiv, dem Förderverein des NS-Dokumentationszentrums Köln. Er organisiert Stadtführungen zur schwulen Geschichte und er erinnert an das Schicksal verfolgter Kölner Homosexueller. Mit seinem Engagement zeigt er, was gesellschaftliches Engagement in einer Demokratie erreichen kann.
Burak Yilmaz ist ein engagierter Experte für Antisemitismus, Erinnerungskultur und Islamismus. Seit 2012 fährt er jedes Jahr mit jungen Muslimen nach Auschwitz, um die Folgen von Rassismus und Antisemitismus zu verdeutlichen. Der Besuch des historischen Ortes wird ergänzt um die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit in Duisburg sowie mit Gesprächen über den Holocaust, Antisemitismus, aber auch über den Nahostkonflikt. Die Jugendlichen schreiben in einem „Gruppentagebuch“ Rollen und Szenen sowie Gedanken und Gefühle auf, die sie in dem ehemaligen Konzentrationslager sammeln. Zurück in Duisburg entsteht daraus in einem sechsmonatigen Theaterprojekt ein Theaterstück, das an Schulen oder in der jüdischen Gemeinde aufgeführt wird. Burak Yilmaz macht mit seiner Arbeit deutlich, dass es in Deutschland keinen Platz für Antisemitismus gibt.
 

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