Sechs Männer für ein "Glückauf in Deutschland"

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Gespeichert von Anja Yilmaz am 19. Februar 2019
Bergbau
19. Februar 2019

Sechs Männer für ein "Glückauf in Deutschland"

Ausstellung über junge türkische Bergleute im Ruhrgebiet

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Sie haben ihre Ehefrauen dabei und einen ganzen Koffer voller Geschichten. Und jene charmant-robuste Portion Stolz, die den Bergleuten aus dem Steinkohletagebau zu Recht zu eigen ist: Sechs Männer, die wiederum mit ihren Eltern im Jahr 1964 von der ländlichen Türkei ins pralle Revier umgesiedelt waren und auf den Zechen Emscher-Lippe, Germania, Hansa und Schwerin eine Bergmannslehre begannen. "Glückauf in Deutschland".

Einen anderen Titel kann die Ausstellung über diese Lebenswege nicht tragen. "Glückauf in Deutschland" ist die erfrischend lebhafte und rundum authentische Erfolgsgeschichte über Integration. Er- und gelebt von Recep Celikoglus, Zeki Kanag, Murtaza Karaoglus, Hasan Demirci, Hansan Akdeniz und Haliz Güner, die als Jugendliche nach Dortmund, Castrop-Rauxel und Datteln kamen, um hier ihre Zukunft zu finden.

Denn mit dem Suchen haben sie sich gar nicht erst aufgehalten: Recep übte sich an der Klampfe und spielte die Cura auch in seiner neuen Heimat. Zeki legte sich den roten Ford zu und erkundete den "Pott" gern rasant. Murtaza raufte sich als Ringer im Verein "Heros Dortmund" und durfte sich auch jenseits der Matte als einer kleinen Helden seiner Stadt fühlen. Und a propos "Matte": Haliz reichte dank seiner Haarpracht rein äußerlich locker an Jimmy Hendrix heran, freute sich aber ebenso an Kinofilmen mit Winnetou, Carl Valentin oder Liesl Karstadt: Szenen einer Jugend in Deutschland.
Insgesamt hatten seinerzeit 76 Jugendliche Abschied von ihrer Familie und ihren Dörfern genommen. Mit der Bahn starteten sie ins vorwinterliche Ruhrgebiet. Ersten Halt machten sie in den "Pestalozzifamilien", um sich an das Leben in Deutschland zu gewöhnen: 5 Uhr aufstehen, Butterbrote zum Frühstück, 6 Uhr Schicht, unter Tage. Nachmittags: lernen, lernen, lernen. Schule, Sprache, fremde Kultur und Gewohnheiten. Sie haben es geschafft. 

"Ich bin dankbar für diesen Mut der jungen Menschen, in ein fremdes Land zu gehen", sagte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, der die Ausstellung eröffnete und die Gäste herzlich willkommen hieß: "Es ist gut, dass Sie bei uns sind. Wir haben Ihnen viel zu verdanken." Laumann erinnerte an den Wirtschaftsfaktor Kohle für ganz Nordrhein-Westfalen und an die hohen Standards, die an die Ausbildung der Bergleute angelegt wurden. "Das war ein Fundament fürs Revier und bis heute für alle, die diese Ausbildung genossen haben."

Noch bis zum 22. Februar ist die Ausstellung von 9 bis 20 Uhr in der Botschaft des Westens zu sehen.
 

 

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